Benzin- und Dieselpreis steigen schon vor Ende des Tankrabatts

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Von Sabrina Doschek

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Preisanzeige an einer Tankstelle
Seit Mitternacht ist die Steuerermäßigung vorbei und schon am Morgen des 1. Juli ist Sprit viel teurer als einen Tag zuvor© dpa/Thomas Banneyer

Am 30. Juni endete der Tankrabatt und schon kurz vorher sind die Spritpreise deutlich angestiegen. Alle Infos zu den aktuellen Kraftstoffpreisen.

  • Kraftstoffpreise springen schon vor Ende des Tankrabatts nach oben

  • Spritpreise im Wochenvergleich: Super E10 um 10,6 Cent teurer, Diesel um 12,8 Cent

  • Der aktuelle Benzin- und Dieselpreis im Tagesvergleich

  • So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind

Benzin- und Dieselpreis steigen schon vor Ende des Tankrabatts

Die Mineralölunternehmen haben das Ende des Tankrabatts zum 1. Juli vorweggenommen und die Kraftstoffpreise bereits am Vortag kräftig erhöht. Am Dienstag, 30. Juni, kostete ein Liter E10 im Tagesdurchschnitt 1,923 Euro – das waren 6,2 Cent mehr als am Vortag. Für einen Liter Diesel mussten Autofahrende 1,859 Euro bezahlen und damit 7,5 Cent mehr als am Tag zuvor.

Vor dem Hintergrund des seit Tagen insgesamt stabilen Rohölpreises und des ohnehin seit langem überteuerten Preisniveaus an den Zapfsäulen ist dieses Vorgehen aus Sicht des ADAC scharf zu kritisieren: Es verbieten sich angesichts der vorgezogenen Rücknahme des Tankrabatts aktuell weitere Preisanhebungen. Das Preisniveau bei beiden Sorten ist insbesondere seit dem Start des Österreich-Modells zumeist klar überhöht und der Tankrabatt wurde bereits vorzeitig von den Konzernen beendet. Eine erneute Verteuerung wäre damit nicht mehr gerechtfertigt.

Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich

Auch im Vergleich mit den Kraftstoffpreisen der Vorwoche zeigt sich, wie stark die Ölkonzerne die Preise nach oben treiben – trotz unveränderter Rahmenbedingungen insbesondere beim Ölpreis und dem Wechselkurs von Euro zum US-Dollar. Danach ist der Preis für Super E10 binnen Wochenfrist um 10,6 Cent auf im Schnitt 1,923 Euro gestiegen. Diesel verteuerte sich seit der Vorwoche um 12,8 Cent auf 1,859 Euro.

Der aktuelle Rohölpreis

Betrachtet man die Durchschnittspreise im Juni, sind die Kraftstoffpreise im Vergleich zum Mai spürbar gesunken – das zeigen die Zahlen des ADAC. So kostete Super E10 im Monatsmittel 1,870 Euro und damit 11,3 Cent weniger als im Vormonat. Diesel war im Juni im Monatsdurchschnitt mit 1,818 Euro je Liter sogar um 17,3 Cent billiger als im Mai. Der Rückgang der Spritpreise geht in erster Linie auf das Konto des gesunkenen Rohölpreises. Er fiel von knapp unter 100 US-Dollar zum Monatsanfang auf etwa 73 US-Dollar am 30. Juni. Im Mai hatte Brent-Öl häufig deutlich über der Marke von 100 US-Dollar notiert.

Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts (seit 1. Mai 2026) wurde erstmals am 2. Mai sichtbar.

Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells am 1. April.

Was ist das Österreich-Modell?

Das Österreich-Modell, eingeführt am 1. April 2026, ist eine Regelung, nach der Mineralölkonzerne nur noch einmal täglich um 12 Uhr die Benzin- und Dieselpreise nach oben anpassen dürfen. Preissenkungen sind jedoch jederzeit möglich.

Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April (Ostermontag), dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.

Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Cent, galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils sollte sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.

So sparen Sie beim Tanken

Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag. Eine ADAC Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2026 zeigt: Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise unterhalb des Tagesdurchschnitts liegen, ist aktuell der günstigste Tankzeitpunkt.

Ab 12 Uhr springen die Preise für Benzin und Diesel stark nach oben. Vergleicht man den günstigsten und den teuersten Tageszeitpunkt zum Tanken, liegen die vom ADAC im Mai 2026 ermittelten Preisdifferenzen deutlich über denen des Vorjahres. Weitere Infos dazu finden Sie hier: Neue Preis-Regeln seit April 2026: Wann ist Tanken am günstigsten?

Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen

Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

  • Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

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Mit Material von dpa.